Die Bread & Butter in Berlin gilt als Leitmesse für Street- und Denim-Wear. Sie fand in den letzten Jahren immer im Januar und im Juli im Rahmen der Fashion Week Berlin im Flughafen Tempelhof statt. Wie schuhkurier berichtet hat, sei es Messechef Karl-Heinz Müller nicht zuletzt durch selbst herbeigeführte Turbulenzen nicht gelungen, eine ausreichende Anzahl an Ausstellern zu einer Teilnahme zu bewegen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Fortschreibung unseres Erfolgskonzeptes nicht durch die Wiederholung der Vergangenheit möglich ist“, heißt es. “Vielleicht muss auch etwas Großartiges zu Ende gehen, damit Neues entstehen kann.” Ob die Messe überhaupt wieder aufgelegt wird, ließ Müller allerdings offen.
Berliner Senat hat Sonderkündigungsrecht
Die Messe ist erst einmal gestrichen, aber die unternehmerischen Kosten für die Anmietung des Flughafengebäudes Tempelhof laufen weiter. Denn der Vertrag zwischen der Stadt Berlin und der Bread & Butter läuft noch zum Jahr 2019. So soll sich die jährliche Miete auf 1,6 Mio. Euro belaufen, die Karl-Heinz Müller trotz der Absage weiter zahlen muss. Finanziell könnte Müller ein Sonderkündigungsrecht im Mietvertrag helfen, wenn das Land das Gebäude anderweitig nutzen möchte. Dieses Recht greife nach fünf Jahren. Da die erste Bread & Butter in Tempelhof 2009 stattfand, dürfte diese Ausstiegsklausel nur noch für dieses Jahr geltend gemacht werden. Der Berliner Senat müsste also bis Ende Dezember entscheiden, ob er davon Gebraucht macht, schreibt die Berliner Morgenpost.
Erste Stimmen werden laut
Die Fraktionschefin der Grünen, Ramona Pop, habe den Senat bereits zum Handel aufgerufen: „Der Senat muss schnell prüfen, ob es ein Sonderkündigungsrecht gibt, um in Tempelhof andere Entwicklungsperspektiven zu eröffnen”, sagte sie. Vieles sei für das Flufhafengebäude Tempelhof in der Diskussion, vom Raum für Start-ups, einem “Kulturhafen” bis hin zu einem Kongresszentrum. Womöglich seien in dem riesigen Gebäude auch verschiedene Nutzungen gleichzeitig möglich.
Müller zeigt sich optimistisch: „Ich komme wieder“
„Vorerst möchte ich mich bei allen bedanken, die uns in den letzten 14 Jahren unterstützt und begleitet haben, insbesondere bei meinen zum großen Teil langjährigen Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Besonderen Dank schulde ich den Verantwortlichen der Städte Berlin und Barcelona“, sagt Karl-Heinz Müller.
Dass Müller für sein offizielles Schreiben die Überschrift ’Reset & Reboot‘ wählte, dürfte ebenso auf einen möglichen Neustart hindeuten wie das Zitat, das er zum Schluss noch wählte: „Heute ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage.“ Dieser denkwürdige Satz stammt vom Rosaroten Panther.