„Die Anforderungen der EU an sichere Produkte gelten immer, egal über welchen Weg diese in den Binnenmarkt gelangen. Die Einhaltung der Tests für die Selbstzertifizierung zur Erlangung des CE-Zeichens oder die erforderlichen Überprüfungen durch unabhängige Institute für Spielzeuge sollten auch auf den Plattformen dokumentiert werden, um Endverbrauchern Sicherheit beim Einkauf zu geben.“, fordert Furchheim, der auch Vorstand des Designmöbelhändlers Cairo AG ist. „Der Versandhandel in Europa und den USA hat gelernt, dass er Vertrauen aufbauen muss. Wenn über Plattformen jetzt chinesische Hersteller Waren direkt in der EU anbieten, müssen diese im eigenen Interesse eben solches Vertrauen aufbauen“.
Zusammen mit Maurits Bruggink, dem Generalsekretär des europäischen E-Commerceverbandes Emota hat Furchheim auf Einladung der EU-Kommission Best Practice Beispiele für Produktsicherheit im europäischen E-Commerce vorgestellt.
Im BEVH organisierte Marktplätze haben beispielsweise eine wöchentliche Überprüfung der europäischen Produktrückrufe im RAPEX System organisiert, um schnell mit Auslistungen auf Warnungen über gefährliche Produkte zu reagieren.
Der direkte Kundenkontakt im E-Commerce sei dabei von Vorteil, weil anders als bei Kassenkäufen im stationären Handel Kunden solcher Produkte direkt erreicht und informiert werden könnten. Dabei arbeiteten feste Ansprechpartner der Plattformen mit den für Produktsicherheit zuständigen Landesbehörden direkt zusammen.
In dem trilateralen Treffen stellten Regierungsvertreter die geltenden und geplanten Maßnahmen zur Produktsicherheit in den jeweiligen Ländern vor. Sie sprachen sich dafür aus, die seit 2008 bestehende Zusammenarbeit insbesondere im Bereich des E-Commerce auszubauen. Nach Aussagen der EU-Kommission kommen derzeit 62% der Produktrückrufe im Rapex-System zu Produkten aus China.