In der aktuellen Kollektion von Belmore Bootmakers werden zahlreiche Klassiker wie Derby, Desert Boot, Loafer oder Chelsea neu interpretiert. Farbe, Finish, Materialmix, rassige Schnittführung und helle Böden verhelfen den Kreationen zu neuem Glanz und machen neugierig auf mehr. Die Stärke der Marke liegt aber vor allem in der Qualität der Produkte und im sehr umfangreichen Service, der im Unternehmen als selbstverständlich angesehen wird. Alles wird noch komplett in Australien hergestellt, sogar die eingesetzten Materialien stammen ausschließlich vom fünften Kontinent. Man arbeitet eng mit einer Schuhfabrik in Sydney zusammen, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Schon in den 1950er-Jahren wurde dort hochwertiges Schuhwerk hergestellt. Beide Seiten schätzen den mittlerweile sehr familiären Umgang und den positiven und dynamischen Austausch, der sich über die Jahre entwickelt hat.
Belmore Bootmakers: Kreativität
Louis Katavolos, Gründer von Belmore Bootmakers, setzt sich mit großem Enthusiasmus ständig neue Ziele. Kein Wunder also, dass ihm die eigenen Stores besonders am Herzen liegen. Der allererste entstand im September 2012 in Melbourne. Das in South Wharf, einem zentral gelegenen Shopping-Distrikt der Metropole, angesiedelte Geschäft ist sehr ungewöhnlich. Seine extrem schmale und langgestreckte Form schien im ersten Moment völlig ungeeignet zu sein. Nach reichlicher Überlegung stand jedoch fest, dass genau dieser Umstand seinen Reiz ausmachte, denn Katavolos verlässt gerne die ausgetretenen Pfade und versucht ständig, neue Wege zu finden. Oberstes Ziel ist es, sich mit mehreren individuellen Stores von der Masse abzuheben. Für dieses Projekt waren die zur Vermietung stehenden 54 qm deshalb trotz merkwürdiger Abmessungen (18 m x 3 m) perfekt.
Spezielle Entwurfskonzepte
Das Innere wurde in Anlehnung an das Musteratelier der Fabrik gestaltet – sehr modern, aber mit industriellem Charakter. Die von Belmore Bootmakers verwendeten Wandfarben sind Salbei und Elfenbein – exakt die Farben, die schon in den 50ern im Fabrik-
gebäude eingesetzt wurden. Nicht gerade spektakulär könnte man meinen, doch damals gab es nicht viel mehr Auswahl. Heute dient diese Farb-Kombi als Reminiszenz an die gute alte Zeit – vielleicht auch insgeheim ein Versuch, den Spirit dieser prosperierenden Jahre für die Gegenwart heraufzubeschwören. Für die Präsentation der schönsten Schuhe jeder Kollektion dient im Laden eine massive Werkbank – übrigens das Original eines Sattlers – , die kurzerhand mit abgenutzten Schubfächerelementen kombiniert wurde. Diese wiederum werden von schweren Ledersesseln flankiert. Traditionelle Materialien wie Stahl, Kupfer und schlichtes Bauholz wurden für handgefertigte Regale eingesetzt. Die ganze Aufmachung passt hervorragend zur Philosophie der Marke, die überraschenderweise außer Schuhen noch eine breite Palette an Accessoires offeriert, so zum Beispiel Gürtel, Taschen, Mappen, Portemonnaies, Brieftaschen und sogar eine exklusive Duftkerzen-Serie. „Wir wollen all unsere Läden besonders aufregend gestalten. Ein guter Store hat aus meiner Sicht automatisch immer etwas mit Verführung zu tun. Kunden sollten schon allein von seiner ausgefallenen Optik angezogen werden. Spannung und Wohlfühl-
faktor sind immer sehr wichtig, schließlich gibt es heutzutage für Verbraucher so viele Möglichkeiten zu shoppen. Uns ist deshalb klar, dass wir in allen Bereichen um ihre Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Wir sehen den Laden immer noch als wichtiges Bindeglied, weil wir den direkten Kontakt zum Konsumenten lieben. Jeder einzelne wird deshalb für uns zur Herausforderung. Und keiner gleicht dem anderen. Im Grunde ist er wie eine Bühne, auf der keine Langeweile aufkommen sollte“, erläutert Louis Katavolos.