Neben Indien will Bata künftig auch die Präsenz in Afrika verstärken. „Wir sind daran, die Märkte Ruanda, Äthiopien, Namibia und Ghana aufzubauen“, so Jack Clemons gegenüber dem Magazin Bilanz. In Europa werde es eher darum gehen, das Portfolio zu optimieren und bestehende Läden zu renovieren. Bata profitiere davon, dass sich das Verbraucherverhalten in den Entwicklungsländern den Industrieländern anpasse. „Nehmen wir Indien. Vor zehn Jahre besaß die indische Hausfrau vielleicht zwei Paar Hausschuhe. Das reichte, weil sie sich praktisch nur daheim aufhielt. Heute sind ihre Töchter an den Universitäten oder in verantwortungsvollen Positionen in Firmen und kaufen vier bis sechs Paar Schuhe pro Jahr. Plötzlich haben Familien nicht mehr nur genug Geld zum Leben, sondern dazu ein verfügbares Einkommen, über das sie entscheiden können. Das und die steigende Zahl junger Menschen sind für uns interessant. In Pakistan etwa sind ungefähr 50% der Menschen um die 25 Jahre alt“, so Jack Clemons.
Mit Blick auf Online-Konkurrenten wie Zalando glaubt der Geschäftsführer, dass „der Online-Handel den nächsten Reifegrad erreicht hat. Während zu Beginn des Booms Preis und Angebotsvielfalt für die Kundschaft entscheidend waren, verlagert sich der Kampf nun auf den Servicebereich. Das kommt uns entgegen, weil wir bei Bata eine langjährige Servicekultur und Läden in 90 Ländern haben.“ Die größte Herausforderung sei, die virtuelle und die reale Welt zu verknüpfen. Abwicklung und Service eines Schuhkaufs müssten genau gleich sein, egal über welchen Weg der Kunde seine Ware beziehe.