Über 100 Geschäftsführer, Einkäufer und CSR-Verantwortliche in Deutschland wurden für die Erhebung des AVE befragt. Laut 73% der Befragten ist die mangelnde Durchsetzung von Gesetzen verantwortlich dafür, dass Sozialstandards nicht eingehalten werden. 60% der Befragten sehen in der weiter um sich greifenden Korruption eine wichtige Ursache. Den zunehmenden Preisdruck im Einzelhandel benennen 56% der Befragten als einen weiteren Grund für die langsamen Fortschritte bei der Verbesserung von Sozialstandards in den Lieferländern.
Auf die Frage, ob höhere Preise ein geeignetes Instrument zur Verbesserung der Sozialstandards seien, antworteten 80% der Befragten mit Nein. 79% dieser Gruppe begründet dies damit, es sei nicht sichergestellt, dass das Geld auch tatsächlich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt wird. 71% gaben an, ihre Kunden würden keine Preiserhöhungen akzeptieren. Rund 40% halten höhere Preise für Massenprodukte für unrealistisch. Sie ließen sich nur für Nischenprodukte durchsetzen.
Wie der AVE bekannt gibt, sieht die Branche auch positive Entwicklungen. So gaben 93% an, dass sich das Bewusstsein der Lieferanten in Sachen Sozialstandards in den letzten Jahren verbessert habe. Die Frage allerdings, ob sie gute Sozialstandards in der Lieferkette hundertprozentig garantieren können, beantworteten eine große Mehrheit der Befragten (87%) mit Nein.
„Die Umfrage macht deutlich, dass die Verbesserung von Sozialstandards ein komplexes Projekt ist, bei dem viele Akteure gefordert sind – der Handel, die Verbraucher und die Verantwortlichen vor Ort“, sagt AVE-Hauptgeschäftsführer Jens Nagel.