Mainhausen, 20. November. Zum zweiten Mal hatte die ANWR Group ihr Areal zum Innovations-Campus umgebaut. Ein futuristisch anmutendes Ambiente bot die Bühne für Vorträge, Präsentationen und Podiumsdiskussionen. Die Anwesenden aus Industrie und Handel waren eingeladen, den Blick in die Zukunft zu werfen. Wobei sich die Organisatoren bemüht hatten, in diesem Zusammenhang auch die nötige Bodenhaftung zu gewährleisten. So stand die ganztägige Veranstaltung unter dem Motto ’Brücken bauen‘. Und der ANWR-Vorstandsvorsitzende Günter Althaus betonte in seiner Einführung, dass es einerseits wichtig sei, die technischen Anforderungen der Digitalisierung zu verstehen – sich dem Themenkomplex also in kognitiver Hinsicht zu nähern. Andererseits, so der ANWR-Chef, sei die Frage des ’Mindset‘, also der Einstellung und Denkweise, mindestens ebenso wichtig. Die aktuellen Herausforderungen mit altbewährten Strategien anzugehen, das kann laut Althaus nicht funktionieren. Der ’So haben wir das immer gemacht‘-Ansatz – undenkbar. Apropos ’un‘: Auch diese Vorsilbe sollte, geht es nach dem Willen der Mainhausener Verbundgruppe, mit Blick auf Zukunftsthemen möglichst in der Versenkung verschwinden. Althaus mahnte ein neues Denken, Verhalten und Arbeiten an. ’New Work‘ als (einziges) Rezept für eine erfolgreiche Weiterentwicklung.
Es kann nicht oft genug betont werden: Ein neues Denken wird in unserer Branche auf allen Ebenen notwendig sein. Jeder einzelne muss in die Lage versetzt und willens sein, sich den anstehenden Zukunftsthemen vollumfänglich zu widmen. Das ist unbequem und mag zuweilen auch weh tun. Aber es ist alternativlos, denn der Kunde verändert sich ebenfalls – und mit ihm seine Ansprüche an den Handel. Dabei wenigstens mitzuhalten, muss also das Gebot der Schuhbranche sein. Das fordert die Unternehmer, die in ihren Firmen eine entsprechende Vorgehensweise verlangen und vor allem auch vorleben müssen. Es ist Aufgabe aller Führungskräfte, eine neue Philosophie zu entwickeln, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Mitarbeiter ’mitzunehmen‘ auf den Weg in eine digitalisierte Welt, von der wir heute – das muss an dieser Stelle ehrlich konstatiert werden – nur zum Teil wissen, wie sie im einzelnen funktionieren wird. Nur über Kommunikation und das Vorleben wird es gelingen, dass auch jeder Mitarbeiter angstfrei und motiviert das bisherige Handeln hinterfragen und neue Wege beschreiten kann. Es ist auch Aufgabe der Verbundgruppen, ihre eigenen Strategien und Angebote auf Zukunftsfähigkeit zu prüfen und entsprechend zu justieren. Wir befinden uns inmitten eines Wandels, der unser Business in allen Bereichen für immer verändern wird. Das Sehnen nach Vergangenem hilft dabei nicht. Nur der Blick nach vorn.