Aus der jetzt indirekten Beteiligung der Genossen an der Mücke Gruppe soll eine direkte Beteiligung werden; die Beteiligungs GmbH wird zu diesem Zweck in eine AG umgewandelt. Händler der Verbundgruppe können Anteile an dieser AG kaufen. 50% des Kapitals sollen als stimmberechtigte Stammaktien veräußert werden; weitere 50% als Vorzugsaktien ohne Stimmrecht. Insgesamt sollen die Händler 74,9% des Unternehmens erwerben können. 25,1% bleiben in den Händen der ANWR Group. Eine Aktie wird nach Angaben der ANWR einen Wert von 1.000 Euro haben. Um die Bündelung von Stimmrechten zu vermeiden, soll jedes Mitglied Stammaktien für maximal 100.000 Euro erwerben können. Für die Vorzugsaktien soll es keine Limitierung geben.
Mit der Bildung einer AG wird die Hauptversammlung aller Anteilseigner zum Souverän des Unternehmens. Die Hauptversammlung wählt einen eigenständigen Aufsichtsrat, der wiederum bestellt und überwacht den Vorstand des Unternehmens.
Über das Konzept soll voraussichtlich am 17. August im Rahmen der außerordentlichen Generalversammlung entschieden werden. Sollte sich hier eine Mehrheit für das Beteiligungsmodell finden, haben Händler die Möglichkeit, bis zum 31. Dezember eine Absichtserklärung über den Kauf von Anteilen abzugeben. Sollte die Summe aller Absichtserklärungen nicht das Ziel 74,9% erreichen, so kommt nach den Worten des Vorstands das Beteiligungsmodell nicht zum Tragen. Die Mitglieder würden dann über einen vollständigen Verkauf von Mücke zu entscheiden haben.
Neue Logistik-Prozesse für ANWR-Händler
„Es geht darum, Mücke für alle Händler nutzbar zu machen“, erklärte der ANWR-Vorstandsvorsitzende Günter Althaus. Daher sei das Beteiligungsmodell am Unternehmen in Kombination mit einem neuen Leistungsangebot zu sehen, das die ANWR ihren Mitgliedern zugänglich machen möchte. Mit Mücke als Nukleus soll eine Vielzahl an Mehrleistungen im Logistik-Bereich für den Handel herausgearbeitet werden. So soll ein Zentrallogistik-Konzept eingerichtet werden, dessen Prozesse über Mücke getestet werden können. Bei diesem neuen Konzept mit dem Namen Retail Logistics bilden ein großes, zentrales Logistikhaus und ein zentraler Handelsplatz für die Händler die wesentlichen Säulen: Das Logistikhaus soll die Schnittstelle zwischen den Produktionsstandorten der Industrie und den Handelsunternehmen bilden. Der Händler bestellt seine Ware wie gewohnt; Konditionsverhandlung für gebündelte Mengen sowie Lieferung erfolgen dann über Retail Logistics. Dort wird die Ware für den Händler quasi als Depot gelagert. Die im Logistikzentrum gelagerte Ware soll nach dem Willen der ANWR maximal binnen zwei Tagen an den jeweiligen Point of Sale nachgeliefert werden können. Über den Handelsplatz können Händler bestimmte Sortimentsbereiche, die im Logistikhaus gelagert werden, für andere Unternehmer freigeben.
Ausführliche Informationen und die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mücke-Beteiligungsmodell und Retail Logistics lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 27/2015, die am 3. Juli erscheint.