Der Ausstand habe bereits in der Nacht zum Montag (22./23. November) mit der Nachtschicht um 24 Uhr gegonnen. Die Amazon-Beschäftigten „werden ihr Recht auf Arbeitskampf vor die Tore Amazons tragen, um ihre Erwartung an Amazon zum Einlenken auf ihre Tarifforderung zu bekräftigen“, erklärte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.
Der US-amerikanische Versandriese weigere sich bisher beharrlich, Tarifverhandlungen mit Verdi aufzunehmen. „Die Beschäftigten in Koblenz geben nicht klein bei”, betonte Hans Kroha (Verdi Rheinland-Pfalz), „sie kämpfen weiterhin gemeinsam mit Verdi dafür, dass Amazon mit uns über faire Löhne und faire Arbeitsbedingungen reden muss.“
Verdi will den Abschluss eines Tarifvertrages auf dem Niveau des Einzel-und Versandhandels Rheinland-Pfalz durchsetzen. Nach diesem fordert die Gewerkschaft für die Beschäftigten bei Amazon einen monatlichen Tariflohn in Höhe von 2.150 Euro, ein tarifliches Weihnachtsgeld von 1.343 Euro und ein tarifliches Urlaubsgeld von 1.181 Euro. Die wöchentliche tarifliche Arbeitszeit soll auf 37,5 Stunden festgeschrieben und die vorhandenen Befristungen gestoppt werden. „Die Beschäftigten brauchen existenzsichernde, unbefristete Arbeitsbedingungen“, sagt Kroha.
„Ohne erkennbare Bereitschaft mit unserer Verdi Tarifkommission zu verhandeln, muss Amazon immer wieder mit Streiks rechnen,“ so Kroha weiter. Schon in den vergangenen beiden Jahren hatte es bei Amazon Arbeitsniederlegungen im Weihnachtsgeschäft gegeben. Ob und in welchen der anderen acht Amazonstandorte in Deutschland gestreikt werde, lässt Verdi offen.