“Die Leute haben das Geld – aber sie wissen nicht wirklich, was sie damit kaufen sollen.” Deager Kao sagt es ihnen. Der junge Chinese hat mit seinem Projekt Aegis in Shanghai eine Shopping-Destination mit hohem Anziehungsfaktor geschaffen. Zielgruppe sind neben ’Expats‘ seine Landleute, die einen modischen Weg abseits des Mainstreams suchen. “Viele Chinesen, die es sich leisten können, tragen Image-Brands wie Louis Vuitton. Aber es gibt auch eine wachsende Anzahl von Männern, die nach Alternativen suchen. Wir haben die Aufgabe übernommen, ihnen kleinere unabhängige Labels zu präsentieren. Das ist zum Teil harte Überzeugungsarbeit”, berichtet Deager Kao, der Aegis 2009 ursprünglich als Sneaker-Store mit Marken wie Clae, Generic Surplus und Adidas gründete. “Wir haben innerhalb kurzer Zeit einen großen Zulauf erhalten. Aber zugleich gab es aus dem Kreis der Kunden das Signal, ‘mehr’ zu wollen”, erinnert sich der Inhaber.
Dem Wunsch der Kunden folgend kamen nach und nach Herrenbekleidung und Accessoires hinzu und das Brand-Portfolio wuchs kontinuierlich, so dass auch eine räumliche Vergrößerung in ein 100 qm großes Ladenlokal auf der angesagten Julu Road notwendig wurde. Für das Interieur Design zeichnet das deutsche Büro Coordination von Tilman Thürmer verantwortlich. Dunkles Parkett, schwarzes Leder und Hochglanzflächen prägen den männlich-markanten Look des Stores. Im Sortiment finden sich heute Marken wie Opening Ceremony, Band of Outsiders, Rag & Bone, Naked & Famous, Common Projects, Wings + Horns und Billy Kirk. Aegis darf mittlerweile auf keiner ernstzunehmenden Top-Ten Liste der besten Stores in Shanghai mehr fehlen. Für das Design-Magazin Wallpaper ist Aegis gar das ’Style- Mekka‘ der Millionenmetropole.
Der Anspruch: Casual Luxury
“Mein Fokus liegt in erster Linie auf amerikanischen Marken und einem lässigen Casual Luxury-Anspruch. Zielgruppe sind die 25- bis 50-Jährigen, die sich vor allem am Wochenende anders kleiden möchten”, berichtet Deager Kao. Immer wieder gelte es, die Kunden von den Brands zu überzeugen. “Es ist eben ganz anders als in den USA oder Europa, wo Marken etwa über Modemagazine bekannt werden. Hier sind sie vielen noch unbekannt. Aber wenn ein Kunde erst einmal ein Brand für sich entdeckt hat, dann kommt er immer wieder.”
So ist in den vergangenen Jahren die Stammkundschaft immer weiter gewachsen. In Kürze soll daher ein zweiter Store in Shanghai eröffnet werden. Einen Webshop betreibt Deager Kao bereits, unter anderem um die Kunden aus dem Riesenreich der Mitte zu erreichen. “Es entstehen mehr und mehr ‘independent stores’ – das zeigt, dass definitiv ein Markt vorhanden ist. Besonders angesagt ist es derzeit, lokale Marken zu pushen. Aber ich bleibe meinen Weg, meinem ganz speziellen Weg treu”, erklärt Deager Kao. “Meine Kunden vertrauen mir.”
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