Nach Angaben des Veranstalters kamen mehr als 23.000 Besucher auf die Messe, auf der sich über 1.300 Aussteller aus 38 Ländern präsentierten. Gesprächsthemen auf der Messe waren unter anderem der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der unter anderem zu einem Exportverbot von russischem Leder in die USA und die EU geführt hat, sowie die geringe Verfügbarkeit von Rohmaterialien und die Schließung von mehreren Gerbereien in China in den vergangenen Monaten. Dennoch herrschte auf der ACLE unter Besuchern und Ausstellern eine positive Grundstimmung vor.
Nach Angaben von Su Chaoying, Chairman der China Leather Industry Association, konzentriere sich die Lederindustrie in China derzeit darauf, die neuen verschärften Umweltschutzregularien umzusetzen. Die neuen Regelungen haben zur Schließung von mehreren Hundert Gerbereien vor allem in der Provinz Hebei geführt. „Die Umsetzung des ’Upgrades‘ hat zu einem temporären Rückgang in der Lederproduktion im laufenden Jahr geführt. Nach einer Phase des Übergangs und der Wiedereröffnung zahlreicher Produktionsstätten werden sich die Zahlen aber wieder erholen“, so Su Chaoying. Eine ähnliche Entwicklung macht derzeit die Lederindustrie in Pakistan durch.
Besondere Bedeutung kommt im Rahmen des verstärkten Umweltschutzes den Chemikalienanbietern zu. So haben zahlreiche Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit neue Produkte entwickelt, die Ressourcen sparen und zugleich nicht die Qualität des Leders beeinflussen. So präsentierte etwa Stahl aus den Niederlanden auf der ACLE das neue Produkt ’Stahlite‘, durch das das Gewicht von gefinishtem Leder um 15 bis 35% reduziert werden kann, während es seine gewohnte Stärke beibehalte.