China belegt seit 2010 zum ersten Mal wieder den ersten Platz und verdrängt im Vergleich zum Vorjahr Chile auf Platz 3. Auf 8 Billionen US-Dollar soll der Konsum bis 2022 ansteigen, so A.T. Kearneys "2015 Global Retail Development Index“.
Subsahara-Afrika arbeitet sich unterdessen im Top-30-Ranking mit den Ländern Botswana, Nigeria und Angola nach vorne. Die Experten erwarten, dass der bislang eher mit Armut assoziierte Landstrich 2040 ein Magnet für Händler sein wird.
Und ob Uruguay, die Mongolei oder Katar – überall in der Welt blitzen kleine, fast jungfräuliche ‘Juwelen’ hervor. Hier soll sich der Konsum gerade erst entwickeln.
Krisenbedingte Instabilität sei ein Risiko: Lateinamerika konnte nicht an seine Spitzenperformances von 2014 anknüpfen. Zu schwer sollen die strukturellen Probleme der Wirtschaf wiegen. Auf den Märkten im Mittleren Osten lasten die sinkenden Ölpreise und regionalen Konflikte: Kuwait (Platz 27) knickte um 19, Oman (Platz 26) um neun Plätze ein. Gebeutelt von internationalen Sanktionen sowie der Finanzkrise büßte auch Russland (Platz 21) neun Plätze ein.
Dass Krisen zugleich Chancen sind, dafür sei Russland das wohl beste Beispiel: Der historisch niedrigen Rubel biete die Möglichkeit, günstig zu expandieren oder gar neu in den Markt einzutreten. Denn dass der Markt wieder auf Wachstumskurs kommt, sei nach Aussage der Marktexperten unstrittig.
"Händlern, die in Zukunft mehr Waren absetzen wollen, bleibt heute keine Wahl: Sie müssen sich immer wieder neue Schwellenländer erschließen", resümiert Handelsexperte Warschun. Jedes der Top-30-Schwellenländer böte große Chancen, aber auch Risiken. "Mit dem GRDI geben wir internationalen Filialisten einen Expansionsradar an die Hand, der ihnen dazu verhelfen kann, die für sie langfristig richtige Investitionsentscheidung zu treffen."