Strahlender Sonnenschein über dem Gardasee: Mit Traumwetter wurden die Messebesucher entschädigt, die teils beschwerliche Anreisen bei heftigem Schneefall hinter sich hatten. Die Stimmung auf der Messe war denn auch nicht so schlecht, wie man es nach dem fordernden Jahr 2015 hätte erwarten können. Viele Händler sichteten die Kollektionen und gaben ein erstes Feedback dazu. Zugleich wurden allerorten Neuheiten gesucht.
Die Voraussetzungen zum Start in die Orderrunde sind nicht unbedingt günstig. Die Abverkäufe waren im letzten H/W deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch über Sale-Phasen konnten die Läger vielerorts nicht ausreichend geleert werden. Damit steht der Handel jetzt vor der Problematik, neue Impulse ergänzen und die Sortimente richtig austarieren zu müssen. „Es hat speziell im Damenbereich in den letzten Monaten eigentlich kein Schuhtyp wirklich gefehlt“, so ein Händler. „Wir haben einfach eine generelle Zurückhaltung gespürt.“ Darauf müsse man nun reagieren, indem man bewusst Innovationen berücksichtige.
„Wir müssen uns alle fragen, ob wir noch zeitgemäß sind“, sagte ein Aussteller gegenüber schuhkurier. Die derzeit angespannte Lage in der Schuhbranche zwinge alle Akteure zum Umdenken. Nachgedacht werden müsse auch über neue, wirklich gelebte Kooperationen zwischen Handel und Industrie. „Die Händler beschäftigen sich wieder mit Schuhen“ , brachte es ein Hersteller auf den Punkt. „Zugleich gibt es spannende Ideen und Gedankenspiele. Daraus entstehen Ansätze, die beide Partner weiterbringen. Es sind anspruchsvolle Zeiten – aber daraus kann auch Gutes entstehen.“
Diskutiert wird zwischen beiden Partnern offensichtlich, welche Richtung bei der Preisentwicklung eingeschlagen werden sollte. Während Industrieunternehmen vielfach eher eine Aufwertung ihrer Kollektionen sowie ein modisches Upgrade, verbunden mit leicht höheren Preislagen, als Strategie für die Zukunft definieren, sorgen sich Händler eher um die Einstiegspreislagen, für die man zeitgemäße Kollektionen brauche.
Modisch dürfte die kommende H/W-Saison vor allem in den Details Spannung bringen. Stiefeletten und Booties bleiben die wichtigsten Modelle. Zugleich zeichnet sich eine leicht steigende Tendenz bei Langschaftstiefeln ab. Interessante Lederfinishs sorgen für schöne Optiken. Die Absätze sind wieder verstärkt blockig, bleiben aber feminin. Auch Sneaker – allen voran futuristisch gestaltete Modelle, etwa in Schwarz-Weiß oder dunklen Metallics – dürften zu den Rennern der kommenden Saison gehören.