Das Jahr 2015 geht zu Ende – und die Deutschen haben Angst. Deutlich mehr Menschen als in der Vergangenheit blicken in diesen Tagen äußerst pessimistisch in die Zukunft. Warum genau sich die Bundesbürger fürchten, konnten auch die Forscher der GfK nicht ermitteln. Anstelle einer konkreten Gefahrenlage dominiert ein diffuses Gefühl der Verunsicherung. Diese ’German Angst‘ ist ein Resultat der vergangenen Monate, in denen die Welt ein Stück weit aus den Fugen geraten ist. 2015 wird als ein besonders anspruchsvolles Jahr in Erinnerung bleiben. Das gilt für die Situation im Schuhhandel ebenso wie für die Gesellschaft im Allgemeinen.
Zahlreiche Ereignisse prägten 2015, die noch vor einem Jahr kaum denkbar waren. Vor allem die Flucht von Millionen Menschen aus ihren zum Teil zerstörten Heimatländern in Richtung Europa, in Richtung eines besseren Lebens bewegte die Öffentlichkeit und beherrschte die Diskussionen. Die Ankunft der Flüchtlinge machte deutlich, wie trügerisch die Annahme von der Festung Europa, wie nah Syrien und wie fragil die Solidarität innerhalb der Europäischen Union ist. Angesichts der emotionalen Wucht und der Dramatik der Ereignisse rückte die Griechenland-Krise, die vor allem das erste Halbjahr dominierte, in den Hintergrund. Erschütternd bleibt das Bild des Jahres in Erinnerung: Das Foto des ertrunkenen dreijährigen Aylan Kurdi am Strand von Bodrum sorgte weltweit für Entsetzen.
Schrecklich waren auch die Ereignisse in Paris, der Stadt, die 2015 besonders viel auszuhalten hatte: Erst die Anschläge auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo zu Beginn des Jahres, dann im November der Angriff eines Terrorkommandos des IS. Selbstmordattentäter töten mitten in der französischen Hauptstadt – noch vor kurzem unvorstellbar. Die Konsequenzen, die sich aus diesen Ereignissen ergeben, sind enorm und kaum zu überblicken. Dagegen ist sicher, dass es auch im kommenden Jahr viele Herausforderungen geben wird: Was passiert in Syrien? Wird die EU nationalen Interessen geopfert? Schaffen wir das wirklich? Und für den Handel besonders interessant: Wird die Verunsicherung der Deutschen Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben? Sinkt die Kauflust? Feiert das Sparen ein Comeback?
Trotz allem: Gerade zum Jahreswechsel sollten nicht Furcht und Angst vor der Zukunft, sondern Mut und Zuversicht die Oberhand behalten. Schließlich gibt es – trotzdem – viele gute Gründe, optimistisch zu sein und dies auch zu bleiben. An Chancen herrscht weiterhin kein Mangel! Es erfordert lediglich ein anderes, neues Denken, um sie gewinnbringend zu nutzen.
Das gesamte Team des Verlag Sternefeld wünscht Ihnen am Ende eines turbulenten Jahres ein friedliches, ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2016!
schuhkurier Ausgabe 51/52/2015